Der Urlaub steht vor der Tür, und es stellt sich die große Frage: Was mache ich mit meiner Katze? Anders als Hunde kommen Katzen besser mit dem Alleinsein zurecht – sie sind unabhängiger und eng an ihr Revier gebunden. Das heißt aber nicht, dass Sie sie tagelang ohne die richtigen Vorkehrungen allein lassen können. In diesem Ratgeber gehen wir alle Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen durch.
Wie lange kann eine Katze allein bleiben?
- Bis zu 24 Stunden: vertretbar für eine gesunde erwachsene Katze mit Wasser, Futter und sauberer Toilette. Die meisten kommen gut damit zurecht.
- 24 bis 48 Stunden: in Ausnahmefällen möglich für Katzen, die das Alleinsein gewohnt sind, aber nicht ideal. Ohne Trinkbrunnen kann das Wasser ausgehen.
- Mehr als 48 Stunden: Dann braucht es eine menschliche Betreuung. Ein medizinischer Notfall bliebe sonst viel zu lange unbemerkt.
- Kitten und Senioren: nie länger als 12 bis 24 Stunden allein. Kitten müssen oft fressen, ältere Katzen brauchen eventuell Medikamente oder haben ein höheres Risiko für gesundheitliche Komplikationen.
Möglichkeit 1: Eine Vertrauensperson
Die empfehlenswerteste Lösung für Reisen von mehreren Tagen. Ein Freund, ein Familienmitglied oder ein professioneller Katzensitter kann ein- oder zweimal täglich vorbeikommen, füttern, das Wasser wechseln, die Toilette reinigen und Zeit mit der Katze verbringen. Die Vorteile:
- Die Katze bleibt in ihrer gewohnten Umgebung (viel weniger Stress).
- Jemand kann gesundheitliche Probleme rechtzeitig bemerken.
- Die Katze bekommt soziale Kontakte und Beschäftigung.
Wenn Sie einen professionellen Katzensitter beauftragen, prüfen Sie seine Referenzen, vereinbaren Sie vorab ein Treffen bei Ihnen zu Hause und hinterlassen Sie schriftlich den Namen des Tierarztes, Notfallnummern und alle Besonderheiten zu Verhalten oder Ernährung Ihrer Katze.
Möglichkeit 2: Katzenpension oder Katzenhotel
Für längere Aufenthalte, für Katzen, die Medikamente brauchen, oder wenn niemand aus dem Bekanntenkreis Zeit hat. Vor der Buchung:
- Besichtigen Sie die Einrichtung persönlich: Achten Sie auf Sauberkeit, eigenen Platz für jede Katze und darauf, ob Katzen aus verschiedenen Haushalten getrennt sind.
- Fragen Sie, ob es einen Tierarzt in Bereitschaft oder sofortigen Zugang zu einem gibt.
- Bringen Sie den Impfpass mit und sorgen Sie dafür, dass alle Impfungen aktuell sind (die meisten verlangen das).
- Nehmen Sie die Transportbox mit Ihrem Geruch, die Lieblingsdecke der Katze und ein vertrautes Spielzeug mit.
Der Nachteil ist der Stress durch die fremde Umgebung. Katzen sind sehr territorial, und manche leiden in einer Pension stark, selbst wenn diese hervorragend ist. Ist Ihre Katze besonders ängstlich, prüfen Sie zuerst andere Möglichkeiten.
Möglichkeit 3: Technik für kurze Abwesenheiten
Wenn die Katze an ihre Umgebung gewöhnt ist und die Reise kurz ist (2 bis 4 Tage), kann sie mit der richtigen Technik zu Hause bleiben. Für die meisten Katzen ist das sogar die stressärmste Lösung.
WLAN-Futterautomat
Der Kerabowl plant die Mahlzeiten per Smartphone, und in der Version mit HD-Kamera können Sie Ihrer Katze in Echtzeit beim Fressen zusehen. So wissen Sie, dass sie gut frisst, auch wenn Sie Tausende Kilometer entfernt sind.
Selbstreinigende Katzentoilette
Die Kerabox reinigt sich nach jeder Benutzung selbst. Die Toilette bleibt tagelang sauber, ohne dass jemand eingreifen muss.
Automatischer Trinkbrunnen
Katzen trinken mehr, wenn das Wasser in Bewegung ist. Ein elektrischer Brunnen mit ständigem Wasserkreislauf sorgt dafür, dass immer frisches Wasser da ist, selbst wenn niemand vorbeikommen kann.
Anzeichen von Stress bei Katzen, die allein bleiben
Auch wenn Katzen unabhängiger sind als Hunde, können manche Trennungsangst entwickeln. Typische Anzeichen sind:
- Übermäßiges Miauen, wenn sie Sie auf dem Kamerabildschirm sieht.
- Deutlicher Appetitverlust.
- Unsauberkeit außerhalb der Toilette (ein Stresszeichen).
- Übermäßiges Putzen oder ausgerissenes Fell.
- Nach Ihrer Rückkehr ein auffallend anhängliches Verhalten oder im Gegenteil tagelange völlige Gleichgültigkeit.
Zeigt Ihre Katze diese Anzeichen häufig, sollten Sie jemanden suchen, der mindestens einmal täglich vorbeischaut – auch bei kurzen Reisen.
So bereiten Sie Ihre Katze vor der Abreise vor
- Ein Tierarztcheck vorab, wenn Sie länger als 3 Tage weg sind oder Ihre Katze älter als 8 Jahre ist.
- Futter und Wasser für mehr Tage als geplant (falls sich die Rückkehr verzögert).
- Gefahren beseitigen: erreichbare Giftstoffe, lose Kabel, Balkone ohne Netz, Gegenstände, die herunterfallen könnten.
- Eine anregende Umgebung: Lassen Sie neues Spielzeug, Kratzmöglichkeiten und ein Fenster mit Aussicht da. Eine beschäftigte Katze leidet weniger unter dem Alleinsein.
- Kleidung mit Ihrem Geruch in ihrem Körbchen oder an ihrem Lieblingsplatz: Das verringert den Trennungsstress.
- Ein Pheromon-Zerstäuber (Feliway) in der Steckdose: sehr hilfreich bei ängstlichen Katzen. Beginnen Sie 48 Stunden vor der Abreise damit.
Checkliste, bevor Sie die Tür schließen
| Aufgabe | Erledigt |
|---|---|
| Futterautomat befüllt oder programmiert | ✓ |
| Genug Wasser oder Brunnen in Betrieb | ✓ |
| Toilette sauber oder Selbstreinigung aktiviert | ✓ |
| Kontakt des Tierarztes notiert | ✓ |
| Kamera oder Betreuungsperson bestätigt | ✓ |
| Balkone und Fenster ohne Zugang nach draußen | ✓ |
Fazit
Mit etwas Organisation können Sie und Ihre Katze die Urlaubszeit ohne Stress genießen. Bei kurzen Abwesenheiten ist die Kombination aus Futterautomat mit Kamera und selbstreinigender Katzentoilette die bequemste Lösung – am wenigsten stressig für die Katze und am beruhigendsten für den Halter. Bei längeren Reisen sollten Sie immer eine Betreuungsperson oder eine gute Katzenpension suchen.